BALADI - der arabische Tanz
BALADI - der arabische Tanz
... Lebensweg hat in seiner Vergangenheit ganz deutlich das Thema Frausein berührt – nämlich – indem ich wenig Gefühl – vor allem wenig Körpergefühl - in die Tatsache eine solche zu sein, investieren wollte. Wie bei all unseren Eigenheiten, steht auch da eine persönliche Geschichte dahinter. Im Laufe der Zeit wollte ich diese unklaren Dinge verstehen lernen – tat dies in verschiedener Weise – über das Gespräch und das Verstehen im Kopf – in der therapeutischen Begleitung die mehr die seelischen Aspekte berührt und dann kam die Entdeckung, dass auch der Körper sehr eng verbunden ist mit der Art wie ich mich fühle, wie ich durchs Leben gehe.
Noch ziemlich unbewusst, haben sich zu Beginn meines orientalischen Tanzens neuartige Ansätze gezeigt – alte Themen erwachten auf andere Weise und das Tanzen half mir dranzubleiben an meinem Körperempfinden. In dieser Zeit ist viel Schmerzhaftes und auch viel Versöhnendes passiert. Das hat Vertrauen wachsen lassen, in die Signale meines Körpers. Danke für die liebevolle Begleitung in diesen Jahren an meine Lehrerin Nicole Lieberherr. Inzwischen bin ich mehrheitlich liebevoll verbunden mit meinem Frauenkörper – er dankt mir dies, indem auch er sich mir sanfter zeigt. Meine Menstruations-Beschwerden sind fast gar nicht mehr spürbar und ich habe gelernt, seine Signale zu verstehen um dann meist entsprechend damit umzugehen.
Daraus ist meine Überzeugung gewachsen, dass der arabische Tanz in seinem Ursprung genau diesen Zweck zu erfüllen hatte. Die Frauen auf ihren eigenen Körper und seine Sprache zu sensibilisieren und sie dadurch auch miteinander in einer eigenen Bewegungssprache zu verbinden. Besonders in der Region des Beckens, des unteren Rückens, ist unsere Zuwendung wichtig um Weichheit und Stabilität zu unterstützen und zu fördern.......dies bringt mich zur Erinnerung an die Geburten unserer beiden Kinder in den Jahren 88 und 91. In der zweiten Schwangerschaft war ich begleitet durch das wöchentliche Tanzen und, unter Beachtung gewisser Regeln, waren die Bewegungen sehr wohltuend. Bis kurz vor der Geburt war das Tanzen meine Vorbereitung auf dieses Ereignis. Wahrscheinlich nicht mehr nötig zu sagen, dass dies ein unbeschreiblich gutes Erlebnis war....
Nach soviel wertvoller, eigener Erfahrung wuchs mit den Jahren das Bedürfnis, dieses Wissen an andere Frauen weiterzugeben. Aus dem Beginn im kleinen privaten Rahmen (vielleicht liest dies die eine oder andere Betroffene – merci villmol för diä „Geburtshilf!!) entstand nach einigen Monaten die erste öffentliche Ausschreibung für einen Kurs in orientalischem Tanz.
Die Kühnheit diesen Schritt zu tun, wurde zum einen belohnt durch genügend Anmeldungen, zum Anderen merkte ich ziemlich bald, dass mir noch einiges fehlte an Wissen und Können im Bereich des Unterrichtens. Besonders weil mich nicht die Choreografie und der Bühnentanz so richtig „packten“, weil mich die Tiefe dieses Tanzes – das Körperwissen das dahinter steht - interessierte, entschloss ich mich zur Ausbildung am IAC in Zürich. Die nächsten 3 Jahre waren also dem Kennenlernen von vielen neuen Aspekten in Bewegung, Tanz, Stimme und Rhythmus gewidmet. Geprägt durch viel Prozessarbeit konnte ich immer wieder neue grossartige Entdeckungen machen. Die Kleingruppe die sich zwischen den Seminaren traf, half dabei, Gelerntes umzusetzen.
Wie immer, wenn neue Erfahrungen sich zeigen, wird Altes, Bestehendes gehörig durchgeschüttelt. Meine Tanzschülerinnen aus dieser Zeit können sicher ein Liedlein davon singen. Viele Zweifel und einige Orientierungsschwierigkeiten waren Begleiter dieser Ausbildungsetappen. Im orientalischen, arabischen Tanz fand ich nicht mehr die passende Unterstützung, die ich für mich selber suchte. Immer mehr stellte ich die mehrheitlich technischen und showtänzerischen Workshops in Frage. Sie stimmten einfach nicht mehr überein mit meiner persönlichen Entwicklung und entsprechend wollte mein Körper nicht mehr diese Tänze tanzen. Und wie das so oft ist im Leben: gerade als ich es am meisten brauchte, fand ich eine neue Quelle für mein eigenes Wachsen im arabischen Tanz. Ich konnte die grossartige Unterstützung von Liza Wedgwood und Erna Fröhlich geniessen, in guter Übereinstimmung zur IAC-Ausbildung.
Und dann will ich noch erzählen, dass es mir gelungen ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Auch wenn ich die zusätzlichen Kilos um meinen Körper nicht gerade liebe, fällt es mir leichter diese anzunehmen – wohl auch eine angenehme Nebenerscheinung der Leidenschaft arabischer Tanz.
Nach und nach hab ich mich auf eine neue innere Reise gemacht. Auf den Weg, meinen Beckenboden auszubilden. Funktion und Aufbau verstehen, in der Wahrnehmung, in der Kräftigung und im Entspannen dazulernen, dies waren meine Anliegen. Als ganz persönliche Weiterbildung angefangen, hats mich „gepackt“ - das Konzept von BeBo® hat es mir angetan, hat mich überzeugt und dazu bewogen, die Ausbildung zur Beckenbodenkursleiterin nach BeBo® anzugehen. Inzwischen durfte ich das Diplom entgegennehmen. Mein eigenes Beckenbodentraining ist inzwischen fester Bestandteil des Alltags geworden und ich staune über die Auswirkungen. Mein Becken-Boden trägt und gibt mir Kraft für einen vielseitigen Alltag - er ergänzt meinen Tanz mit einer inneren Stärke und gibt mir Gelassenheit in unruhigen Zeiten.
BeBo sei Dank
Die ausführliche Tanz-Weg-Geschichte von Erika: mein...
Der arabische Tanz im Orient
"Sobald wir aus dem Mutterleib kommen, tanzen wir. Es gehört zum täglichen Leben. In meinem Land ermutigt dich jeder dazu, sobald du laufen kannst, sobald du anfängst, Musik zu hören. Jeder möchte, dass du tanzt, weil jeder im Herzen ein Tänzer ist", sagt die tunesische Künstlerin Leyla Haddad.
Da im arabischen Raum auch heute noch das Leben der Frauen oft unter ihresgleichen stattfindet, wachsen Mädchen selbstverständlich mit diesem sinnlichen Tanz auf. Sie lernen wohltuende weiche Hüftkreise ebenso kennen, wie das rhythmische Loslassen der Hüften im Trommelwirbel. So lernen sie die Wertschätzung der weiblichen Formen und ihrer Möglichkeiten im Tanz. Üblicherweise gilt diese Wertschätzung auch gegenüber anderen Frauen und ihr Tanzen wird wohlwollend unterstützt. Der Tanz wird von Frauen für Frauen gepflegt und weitergegeben. Für Hochzeiten und andere familiäre Anlässe werden meist professionelle Tänzerinnen engagiert.

Schon seit einiger Zeit hat sich der arabische, orientalische Tanz über Amerika nach Europa ausgebreitet. Daraus haben sich verschiedene Stile entwickelt. Es gibt einige Erklärungen, warum bei uns oft die Bezeichnung "Bauchtanz" benutzt wird. Tatsache ist, dass AraberInnen diesen Namen nicht schätzen. Die aus dem arabisch kommmende Bezeichnung "Raks Sharqi" heisst: Raks = Tanz / Sharqi = Orient frei übersetzt also: Tanz des Orient oder Tanz des Ostens.
Meist sind es Frauen, die nicht in der arabischen Kultur aufgewachsen sind, die bei uns nun diesen Tanz weiter vermitteln. Gerade aus diesem Grund erscheint es mir wichtig, die kulturellen Gepflogenheiten zu beachten.

Die Tanzstunden in Bühler und Herisau
..haben sich aus meinem eigenen Tanz-Weg entwickelt.
Dieser ursprüngliche Frauentanz ermöglicht mir eine neue, ungewohnte Körperwahrnehmung. Die Entdeckung, dass mein Körper in seiner Weiblichkeit erspürt und erfahren werden kann, wirkt befreiend und stärkend auf mich.
Beim ersten Kennen lernen, beeindruckte die heilsame Wirkung auf Unterleibsorgane, Gelenke und Wirbelsäule. Ich fühlte mich aus dem Zentrum des Beckens gewärmt. Dieses Erleben begleitete mich in den folgenden Jahren des Tanzens. Zunehmend wuchs der Wunsch eigene Erfahrungen weiterzugeben. Durch die Ausbildung zur Tanzpädagogin bekam ich weitere Impulse und ein vertieftes Körperverständnis. Die arabische Musik begleitet mit ihrer Vielfalt und unterstützt mit Wärme und Lebendigkeit.
Immer wieder fasziniert mich der Tanz und die Begegnung mit Frauen, die diese Freude teilen...dazugekommen ist in den letzten Jahren die Erfahrung, dass, unterstützt durch die Live-Trommelbegleitung, der Dialog mit der Musik sich wohltuend vertieft... die Tanzreise geht weiter...
Der arabische Tanz im Westen
Erika Böni-Jakob Tanzpädagogin / Familienfrau
Gesamtleitung, Tanz- und BeBo®-Kurse in Bühler / Herisau
1988 erwacht die Leidenschaft „Arabischer Tanz“
1995 erste Schritte mit: BALADI - Schule für Bewegung und Tanz
1997-99 3-jährige pädagogische Ausbildung am IAC Zürich
ab 2000 laufende Weiterbildung in Raks Sharki bei Wendy Buonaventura, Liza Wedgwood, Erna Fröhlich, Anne Benveniste u. a.
langjährig begleitet durch Supervision
2008 Abschluss als Erwachsenenbildnerin SVEB AdA M1
2010 Diplom Beckenboden Kursleiterin BeBo®
wir tanzen uns wohl und beweglich